Conger - Alles Einstellungssache

Die Conger-Jolle wird seit einem halben Jahrhundert nahezu unverändert gebaut. Die wesentlichen Spezifikationen wie Rumpf, Mast, Ruder, Segelplan gelten unverändert.
Aufgrund ihrer guten Allround-Eigenschaften findet man die Conger-Jolle in vielen Einsatzgebieten.
Segelschulen nutzen das Boot für die Ausbildung, Segelclubs haben Conger für ihre Mitglieder, Freizeit- und Fahrtenskipper segeln auf Binnen- oder Küstengewässern, Regattasegler tragen in vielen Bundesländern Regatten aus. Jährlich veranstaltet der DSV eine Deutsche Meisterschaft für die Conger-Segler.

Naturgemäß tauschen sich die Regattasegler mehr über die technischen Belange aus, als der Freizeitskipper der vielleicht sogar der einzige Conger-Segler an seinem See ist.

Diese Erkenntnisse helfen dem Regattasegler das Boot leichter und schneller segeln zu können. Und sicher können sie dem Freizeitsegler auch wertvolle Hinweise liefern.

Basierend auf unseren Erfahrungen stelle ich hier mal einige Punkte vor, die man bei der Nutzung eines Congers beachten sollte.

 

  • Mast:
    Der Mast soll nicht ganz genau senkrecht im Boot stehen, sondern ganz wenig nach hinten geneigt.
  • Salinge:
    Die Salinge sollen nach hinten gepfeilt fixiert werden, oder innerhalb des Langloches flexibel gelagert sein. Keinesfalls dürfen sie in der vorderen Position fixiert werden. Die Länge der Salinge sollte so sein, daß sie ganz leicht Druck aufs Want ausüben oder neutral sind. Keinesfalls sollen sie an den Wanten ziehen.
  • Unterwanten:
    Unterwanten kann man optional bestellen. Wenn vorhanden, dürfen sie keinesfalls fest angezogen werden. Sie unterstützen den Mast erst bei Schwerwetter, wenn der Mast stark gebogen ist. Unter allen „normalen“ Segelbedingungen sollen sie lose sein und keine Kraft aufnehmen. Gerade dies ist ein sehr häufiger Fehler, der oft zu beobachten ist.
  • Masttrim:
    Der Masttrimm ist insgesamt „weich“. Im Hafen soll das Vorstag verhindern, daß der Mast nach hinten umfällt. Aber es soll nicht straff gespannt sein. Erst wenn die Fock gesetzt wird, bestimmt die Spannung des Fockfalles den Maststrimm. Das Vorstag soll dann kraftfrei durchhängen. Beim Segeln am Wind trägt dann das luvwärtige Want und der Draht in der Fock. Das leewärtige Want darf ein wenig durchhängen. Spannen Sie das Fockfall bei zunehmendem Wind, lösen sie es für weniger Wind. 
  • Sitzposition:
    Segeln Sie das Boot möglichst aufrecht und verlagern Sie ihr Gewicht möglichst nach vorne. Der Spiegel soll nicht im Wasser hängen.
  • Schwert und Ruder:
    sollten nach Sie Möglichkeit im Hafen herausnehmen und in das Boot legen. Jeder Bewuchs an den Oberflächen wirkt sich sehr negativ auf die Performance aus. Auch das Auftragen von Antifouling stört die Strömung an diesen Flächen. Alternativ reinigen sie die Flächen regelmäßig.
  • Grossegel:
    Ziehen sie das Grossegel möglichst weit nach oben, Sie haben den ganzen Mast zur Verfügung! Oben ist mehr Wind und die Kopffreiheit im Cockpit wird verbessert. Falls eine Dirk verwendet wird, stellen Sie sicher, daß diese völlig lose ist.
  • Wasser:
    Ist außen um das Boote herum erwünscht um darin segeln zu können. Im Boot, im Doppelboden, hat es nichts zu suchen. Prüfen Sie regelmäßig, ob die Ablaßschraube am Heck noch dicht ist. Sind die Dichtungen noch intakt?

Wir haben noch weit mehr Erkenntnisse gesammelt und in einer Sammlung zusammengetragen. Diese möchten wir dann aber exklusiv den Mitgliedern unserer Klasenvereinigung zubilligen und bitten dafür um Verständnis.

Für weitere Fragen stehen Ihnen unseren Segelkameraden auf den Bootsmessen Hanseboot und Boot Düsseldorf auf dem Messestand der Klassenvereinigung gerne zur Verfügung.

Interessieren Sie sich für das Regattasegeln mit Ihrem Conger, dann besuchen Sie doch mal unsere Trainingsveranstaltungen, die wir auf einigen Revieren anbieten. Die Termine werden im „Regattakalender“ veröffentlicht.

Für denjenigen, der mehr Fahrten-orientiert sind, bietet sich die jährlich durchgeführte gemeinsame Wanderfahrt zum Erfahrungtausch an.